About OS

Martina-Riccarda Niklis

Ich habe mir ein Schwert aus Birnbaumholz gebaut. Dies ist ein sehr hartes und dennoch leichtes Holz mit einer sehr schönen Farbe, die bis ins Violette gehen kann. Das Schwert ist fast einen Meter lang, einschneidig und ich habe das Logo von Possibility Management http://www.possibilitymanagement.com eingraviert.

In die Spitze der Klinge schnitt ich das japanische Zeichen für das JETZT und goss es mit Schellack aus.

Ich könnte sagen, dass das Schwert seit etwa 6.000 Jahren in verschiedenen Birnbäumen auf mich wartet und ich es nun wieder herausgeholt habe. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Der Name meines Schwertes ist Os. So kam es zum Namen Oswords für diese Homepage. In dem künstlichen Wort Oswords sind die Wörter "Os", "Sword" und "Words" versteckt.

Os ist Ausdruck von Klarheit, Mut und Konzentration. Meine Worte sind es auch.


Geschichte von OS

 Ich hatte eine Vision in diesen Tagen. Die Eingangstüre zu dieser Vision war laut, brüllend laut. Ein greller Schrei, der dir die Knochen erzittern lässt und der überall auf der ganzen Welt gehört wird. Ich ging durch diese Türe, weil ich sie so gut kenne und stellte plötzlich fest, dass Blut den Boden besudelt hatte. Ich lief an diesem Tag etwas tiefer in den Raum hinein. Ich wollte sehen, was es war. Ich wollte sehen, was es ist. Ich hatte mein Schwert Os an meiner Seite. Es war eine gewaltige Schlacht, in der ich mich befand. Eine Schlacht, die vor vielen tausend Jahren auf Erden stattgefunden hatte. Es war eine Schlacht, die sehr wichtig und entscheidend für den Fortbestand und die Existenz der Erde war. In diesem gewaltigen Krieg ist so viel Blut geflossen, dass alle Kämpfer bis zu den Knien im Blut gelaufen sind. Blut regnete auch vom Himmel, der sich verdunkelt hatte. Ich sah mich selbst einem Krieger gegenüber, der einen Kopf größer war als ich. Er war komplett schwarz gekleidet und sein Körper wirkte eckig, nicht ganz wie ein menschliches Wesen. Um uns herum war unvorstellbar viel Geräusch, ein Tosen und großer Wind. Ich zog mein Schwert Os und hielt es in der linken Hand, so dass mein Gegenüber das Symbol für das JETZT sehen konnte. Es stand genau vor seinen Augen. Die geschärfte Seite des Schwertes war nach rechts gedreht. Ich verstand plötzlich, dass Liebe das ist, was uns verbindet und Liebe das einzige ist, was diese Schlacht beenden kann. Viele von uns waren in dieser Schlacht und viele von denen, die jetzt in meinem Leben sind, sind in dieser Schlacht gefallen. Als die Schlacht geendet hatte, legte ich Os in den Stamm eines jungen Birnbaumes. Jetzt, nach mehreren tausend Jahren, ist die Zeit gekommen, Os wieder bei mir zu tragen.

Nachbarschaft

Kaum war das Schwert fertig, kam eines Abends ein Nachbar zu Besuch. Es war mein Geburtstag und einige Freunde waren da. Irgendwann gingen alle nach Hause. Nur mein Nachbar war geblieben. Ich war müde und wollte schlafen gehen. Ich wagte es nicht, ihn wegzuschicken, also sprach ich mit ihm. Er wollte mit mir über Beziehungen und Sex sprechen, also sprachen wir über Beziehungen und Sex. Ich wagte es nicht, ein Schlussstrich zu ziehen und ihn hinauszuwerfen. Irgendwann nahm er meine Hand und küsste mich auf die Wange. Ich bat ihn zu gehen. Er zog mich an sich und versuchte mich zu küssen. Ich sah in seinen Augen

einen unkontrollierbaren Wunsch. Er hatte sich nicht mehr unter Kontrolle. Ich kenne diesen Blick aus anderen Begegnungen mit Männern. Es war eine leichte Panik in mir. Dann erinnerte ich mich an mein Schwert. Es lag auf dem Stuhl, weil ich es meinen Gästen gezeigt hatte. Ich nahm es in die Hand und hielt es vor sein Gesicht. Ich sagte nichts, zeigte ihm nur das Schwert. Er reagierte leicht verwirrt und ließ mich für einen Moment los. Ich nutzte diesen Moment, um die Wohnungstür zu öffnen und ihn heraus zu schieben.

Ich habe mir ein Schwert gebaut. Es war mir ein großes Anliegen. Aber es spielt keine Rolle, ob du tatsächlich ein solches Schwert baust. Für uns Frauen ist es besonders wichtig, nicht zu vergessen, dass wir ein Schwert haben und dass die Kraft dieses Schwertes in jedem von uns liegt. Wir sind das Schwert. Es geht nicht darum, Blut fließen zu lassen oder zu kämpfen. Die Kraft des Schwertes kann auch sehr sanft und friedlich sein. Sie kann freundlich und respektvoll sein. Sie kann jeden Widerstand und jeden Angriff, jeden Vorwurf und alles Argumentieren sehen, hören, schmecken und fühlen und doch weich bleiben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jede Gewalt in Goldstaub verwandelt wird, wenn sie nicht auf Härte und Widerstand stößt, sondern auf Liebe. Die Kraft des Schwertes liegt in der Klarheit, liegt im JETZT, liegt in Liebe. Sei ein Schwert, Schwester!